Mendelsche Randomisierung
ENMendelian randomization
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Die Mendelsche Randomisierung (MR) nutzt keimbahngebundene genetische Varianten — typischerweise Single-Nucleotide-Polymorphismen (SNPs), die in genomweiten Assoziationsstudien mit einer Exposition assoziiert sind — als Instrumentvariablen, um den kausalen Effekt dieser Exposition auf ein Ergebnis zu schätzen. Sie macht sich die zufällige Allel-Verteilung bei der Konzeption als natürliches Experiment zunutze. Die Methode stützt sich auf drei Kernannahmen: Das Instrument ist robust mit der Exposition assoziiert (Relevanz), beeinflusst das Ergebnis nur über diese Exposition (Ausschlussrestriktion) und ist unabhängig von Confoundern (Unabhängigkeit). Verletzungen durch Pleiotropie, Populationsstratifizierung oder schwache Instrumente sind zentrale Fehlerquellen; Sensitivitätsanalysen wie MR-Egger, Weighted-Median und CAUSE helfen, horizontale Pleiotropie zu erkennen und teilweise zu korrigieren. In der Langlebigkeitsforschung wurde MR vielfach eingesetzt, um kausale Zusammenhänge zwischen Biomarkern wie LDL-C, CRP, IGF-1 oder BMI und Lebensspannen-Endpunkten zu prüfen, ohne jahrzehntelange randomisierte Studien zu benötigen.
