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Konzepte & Theorien

Geroprotektor

ENGeroprotector

Als Geroprotektor gilt jeder Wirkstoff oder jede Intervention, die auf grundlegende Alterungsmechanismen abzielt, um die Healthspan zu verlängern. Im Unterschied zu krankheitsspezifischen Therapien greifen Geroprotektoren in übergeordnete Prozesse ein: mTOR-Signalgebung, Akkumulation seneszenter Zellen, DNA-Schadensantworten und mitochondriale Dysfunktion. Moskalev, Kennedy und Kollegen (Aging Cell, 2016) formulierten vier Kriterien: Lebensverlängerung auf Populationsebene, Verschiebung von Biomarkern in Richtung eines jüngeren Zustands, akzeptable Toxizität sowie minimale Nebenwirkungen. Geroprotectors.org (Moskalev et al., Aging, 2015) erfasst über 200 Kandidaten — Rapamycin, Metformin, Resveratrol, NAD⁺-Vorstufen — mit Profilen zu Wirkmechanismus, Tiermodell-Daten und FDA-Status. Rapamycin verlängert die Lebensdauer in Mäusen zuverlässig und zeigt immunverjüngende Signale in frühen Humanstudien, doch kein randomisierter kontrollierter Versuch an gesunden Erwachsenen hat bisher Mortalitäts- oder Healthspan-Nutzen belegt (Konopka & Lamming, GeroScience, 2023). Das Feld ist beim Menschen weitgehend experimentell; die TAME-Studie zu Metformin ist eine der ersten prospektiven Studien, die einen Geroprotektor an einem zusammengesetzten Alterungsendpunkt prüfen.

Quellen

  1. Moskalev A, Chernyagina E, de Magalhães JP, et al.. (2015). Geroprotectors.org: a new, structured and curated database of current therapeutic interventions in aging and age-related disease. *Aging (Albany NY)*doi:10.18632/aging.100799
  2. Moskalev A, Chernyagina E, Tsvetkov V, et al.. (2016). Developing criteria for evaluation of geroprotectors as a key stage toward translation to the clinic. *Aging Cell*doi:10.1111/acel.12463
  3. Konopka AR, Lamming DW, et al.. (2023). Blazing a trail for the clinical use of rapamycin as a geroprotecTOR. *GeroScience*doi:10.1007/s11357-023-00935-x