Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
ENRandomized controlled trial (RCT)
Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) ist ein experimentelles Studiendesign, bei dem Teilnehmende durch ein zufallsbasiertes Verfahren einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugewiesen werden — die zuverlässigste Methode zum Nachweis kausaler Behandlungseffekte. Randomisierung verteilt bekannte und unbekannte Störvariablen gleichmäßig auf die Gruppen, sodass Unterschiede in Endpunkten auf die Intervention zurückgeführt werden können. Verblindung — Unkenntnis der Gruppenzuteilung bei Teilnehmenden, Behandelnden oder Beurteilenden — reduziert Messfehler; das doppelblinde Design gilt als stärkste Konfiguration. In der Langlebigkeitsforschung trennt der RCT kausale Aussagen von Assoziationen: Mehrere in Kohortenstudien schützend wirkende Interventionen zeigten im RCT geringere oder keine Effekte. RCTs in der Altersforschung sind anspruchsvoll, da aussagekräftige Endpunkte wie verzögerte Multimorbidität oder verlängertes Leben jahrzehntelange Nachbeobachtung erfordern. Die TAME-Studie (Targeting Aging with Metformin) schließt etwa 3.000 Erwachsene im Alter von 65 bis 79 Jahren mit einem Erkrankungsendpunkt ein. Stand 2026 hat keine Anti-Aging-Intervention einen ausreichend gepowerten RCT mit Gesamtmortalität als primärem Endpunkt beim Menschen abgeschlossen.
Quellen
- Schulz KF, Altman DG, Moher D, et al.. (2010). CONSORT 2010 Statement: updated guidelines for reporting parallel group randomised trials. *BMJ*doi:10.1136/bmj.c332
- Newman JC, Milman S, Hashmi SK, Austad SN, Kirkland JL, Halter JB, Barzilai N. (2016). Strategies and Challenges in Clinical Trials Targeting Human Aging. *The Journals of Gerontology Series A: Biological Sciences and Medical Sciences*doi:10.1093/gerona/glw149
