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Biomarker

Homocystein

ENHomocysteine

Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im Methioninstoffwechsel entsteht und über Remethylierungs- oder Transsulfurierungswege abgebaut wird, die auf Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6 angewiesen sind. Erhöhtes Plasma-Homocystein zeigt einen gestörten C1-Stoffwechsel an und ist mit endothelialer Dysfunktion, Atherosklerose und Schlaganfall assoziiert; kognitiver Abbau und Demenz sind beobachtungsbasiert verknüpft, die Kausalität ist jedoch unsicher. Große randomisierte Studien zur B-Vitamin-Gabe (HOPE-2, NORVIT, VISP, SEARCH, VITATOPS) haben kardiovaskuläre Ereignisse insgesamt nicht konsistent reduziert; einige Metaanalysen deuten auf eine geringe Senkung des Schlaganfallrisikos hin. Homocystein gilt daher vor allem als Risiko- und Stoffwechselmarker.