Zurück zum Glossar
Immunsystem

Immunoseneszenz

ENImmunosenescence

Geprüft von

Immunoseneszenz bezeichnet die altersbedingte Umgestaltung des Immunsystems, die sich durch einen Rückgang der naiven Lymphozytenproduktion in Thymus und Knochenmark, die klonale Expansion antigenerprobter Gedächtnis- und Effektorzellen sowie eine Verschiebung des Zytokinprofils in Richtung eines entzündungsfördernden Basalzustands auszeichnet. Das Ergebnis ist ein paradoxes Nebeneinander von Immundefizienz — verminderter Fähigkeit, auf neue Krankheitserreger und Impfstoffe zu reagieren — und chronisch niedriggradiger Entzündung (Inflammaging). Beitragende Faktoren sind die Thymusatrophie, die CMV-getriebene Gedächtnisinflation und die Anhäufung seneszenter Immunzellen mit SASP-Sekretion. Diese Veränderungen sind mit erhöhter Infektionsanfälligkeit, verminderter Impfwirksamkeit sowie häufigerem Auftreten von Autoimmunerkrankungen und malignen Tumoren im Alter assoziiert.

Quellen

  1. Nikolich-Žugich J. (2018). The twilight of immunity: emerging concepts in aging of the immune system. *Nature Immunology*doi:10.1038/s41590-017-0006-x
  2. Pawelec G. (2012). Hallmarks of human 'immunosenescence': adaptation or dysregulation?. *Immunity and Ageing*doi:10.1186/1742-4933-9-15