Klonale Hämatopoese (CHIP)
ENClonal hematopoiesis (CHIP)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Klonale Hämatopoese unbestimmten Potenzials (CHIP) bezeichnet die somatische Expansion eines hämatopoetischen Stammzellklons mit einer Treibermutation — am häufigsten in DNMT3A, TET2, ASXL1 oder JAK2 — im Blut von Personen ohne manifeste hämatologische Erkrankung. Die Prävalenz steigt mit dem Alter stark an und erreicht bei über 70-Jährigen etwa 10–20 %. Wegweisende Analysen von Jaiswal und Kollegen (2017) zeigten, dass CHIP-Träger ein etwa doppelt so hohes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse haben, was zum Teil auf die proinflammatorische Makrophagenprogrammierung durch TET2-mutante Klone zurückgeführt wird. Da CHIP die epigenetische und transkriptionelle Landschaft der Blutzellen verändert, verfälscht es DNA-methylierungsbasierte biologische Altersuhren und andere blutbasierte Biomarker des Alterns — ein wichtiger Vorbehalt bei deren Interpretation.
Quellen
- Jaiswal S, Fontanillas P, Flannick J, et al.. (2014). Clonal Hematopoiesis and Blood-Cancer Risk Inferred from Blood DNA Sequence. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1409405
- Holstege H, Pfeiffer W, Sie D, et al.. (2014). Somatic mutations found in the healthy blood compartment of a 115-yr-old woman demonstrate oligoclonal hematopoiesis. *Genome Research*doi:10.1101/gr.162131.113
