Mikrobiom-Diversität (Alpha / Shannon-Index)
ENMicrobiome diversity (alpha / Shannon index)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Mikrobiom-Diversität beschreibt Artenreichtum und Gleichmäßigkeit der mikrobiellen Gemeinschaft innerhalb einer Probe (Alpha-Diversität) oder zwischen Proben (Beta-Diversität). Der Shannon-Entropieindex, der sowohl Artenreichtum als auch relative Abundanz berücksichtigt, ist eine der am häufigsten verwendeten Alpha-Diversitätsmetriken; höhere Werte weisen auf eine komplexere Gemeinschaft hin, in der keine einzelne Spezies dominiert. Höhere Alpha-Diversität wird weitgehend mit Resilienz, metabolischer Gesundheit und geringerem Erkrankungsrisiko assoziiert, obwohl die Beziehung nicht universell gilt — manche Erkrankungszustände gehen mit erhöhter Diversität anatomisch ungeeigneter Gemeinschaften einher. Bevölkerungsstudien zeigen konsistent, dass die Alpha-Diversität mit dem Alter abnimmt, insbesondere nach dem siebten Lebensjahrzehnt, und dass dieser Rückgang mit Frailty, Krankenhausaufenthalten und reduziertem Überleben korreliert. Diversität sollte als eigenständiger Gesundheitsindikator mit Vorsicht interpretiert werden: Funktionelle Redundanz bedeutet, dass eine numerisch vielfältige Gemeinschaft dennoch kritische Stoffwechselwege vermissen lassen kann, und Sequenziertiefe sowie verwendete Primer beeinflussen die gemessenen Werte erheblich.
