Mikroplastik
ENMicroplastics
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Mikroplastik bezeichnet feste Kunststoffpartikel kleiner als 5 mm, einschließlich Nanoplastik im Submikrometerbereich, die durch Zerfall von Plastikabfällen, Synthesefasern, Reifenabrieb und Kosmetika entstehen. Sie wurden in menschlichem Blut, Plazentagewebe, Muttermilch und — in einer NEJM-Studie von Marfella und Kollegen aus dem Jahr 2024 — in karotiden Atheromen nachgewiesen; Patienten mit detektierbarem Plaques-Mikroplastik wiesen ein signifikant erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod über einen medianen Beobachtungszeitraum von 34 Monaten auf. Als Schadensmechanismen werden lokale Entzündungsreaktionen, endokrine Störungen durch adsorbierte Additive wie Phthalate und Bisphenole sowie oxidativer Stress diskutiert, wobei Dosis-Wirkungs-Beziehungen beim Menschen noch unzureichend charakterisiert sind. Klinisch relevante Grenzwerte und validierte Reduktionsstrategien sind bislang nicht etabliert.
