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Biomarker

Transferrinsättigung

ENTransferrin saturation

Die Transferrinsättigung (TSAT) bezeichnet den prozentualen Anteil der Eisenbindungsstellen von Transferrin — dem wichtigsten Eisentransportprotein im Blut —, der mit Eisen besetzt ist; Berechnung: (Serumeisen ÷ totale Eisenbindungskapazität, TIBC) × 100. Physiologisch ist Transferrin nur zu 20–35 % gesättigt; der Referenzbereich liegt bei Erwachsenen bei etwa 15–50 %, Werte unter 20 % sind typisch für Eisenmangel. Überschreitet die TSAT 45–50 %, tritt nicht-transferrin-gebundenes Eisen (NTBI) — ein redoxaktiver, labiler Pool — im Plasma auf und akkumuliert in Hepatozyten, Kardiomyozyten und endokrinem Gewebe, wo es Hydroxylradikale erzeugt, Lipidperoxidation auslöst und Ferroptose begünstigt. Eine dauerhaft erhöhte TSAT ist mit gesteigerter Gesamtmortalität assoziiert. Eine NHANES-I-Follow-up-Kohorte (n = 10.714; Mainous et al., 2004) ergab für TSAT > 55 % eine Hazard Ratio von 1,60 (95-%-KI 1,17–2,21); eine NHANES-II-Analyse derselben Gruppe zeigte, dass erhöhte TSAT kombiniert mit hoher Eisenzufuhr das Sterberisiko nahezu verdreifachte (HR 2,90; 95-%-KI 1,39–6,04). Eine nüchtern gemessene TSAT > 45 % gilt als Standard-Erstlinienkriterium für hereditäre Hämochromatose (HFE-assoziiert, überwiegend C282Y-Homozygotie); die EASL-Leitlinien 2022 definieren Eisenüberladung als TSAT > 45 % plus Ferritin > 200 µg/l bei Frauen bzw. TSAT > 50 % plus Ferritin > 300 µg/l bei Männern, mit HFE-Genotypisierung bei reproduzierbarer Überschreitung. Da die TSAT den Eisenfluss widerspiegelt, ergänzt sie Ferritin und erkennt präklinische Eisenüberladung, bevor Organschäden messbar werden.

Quellen

  1. Mainous AG, Gill JM, Carek PJ. (2004). Elevated serum transferrin saturation and mortality. *Annals of Family Medicine*doi:10.1370/afm.25
  2. Mainous AG, Wells B, Carek PJ, Gill JM, Geesey ME. (2004). The mortality risk of elevated serum transferrin saturation and consumption of dietary iron. *Annals of Family Medicine*doi:10.1370/afm.82
  3. Zoller H, Schaefer B, Vanclooster A, et al.. (2022). EASL Clinical Practice Guidelines on haemochromatosis. *Journal of Hepatology*doi:10.1016/j.jhep.2022.03.033