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Ernährung & Nahrungsergänzung

Koffein

ENCaffeine

Koffein ist ein Methylxanthin-Alkaloid aus Kaffee, Tee und Kakao, das als kompetitiver Antagonist der Adenosin-A1- und A2A-Rezeptoren die adenosinvermittelte Signalübertragung hemmt, die Schläfrigkeit fördert und neuronale Aktivität dämpft. Die Rezeptorblockade disinhibiert Dopamin, Glutamat und Acetylcholin und steigert Wachheit, Reaktionszeit und Aufmerksamkeit. Die Plasma-Halbwertszeit beträgt bei Gesunden 5–6 Stunden, verlängert sich mit Alter, Leberinsuffizienz oder oraler Kontrazeption — eine spätnachmittägliche Einnahme kann Tiefschlaf- und REM-Phasen messbar verkürzen. Habitueller Kaffeekonsum zeigt einen inversen Zusammenhang mit der Gesamtmortalität: Die NIH-AARP-Studie (Freedman et al. 2012, N ≈ 400.000) fand bei 4–5 Tassen/Tag Hazard-Ratios von ~0,88 (Männer) und ~0,84 (Frauen), mit reduziertem Risiko für kardiovaskuläre, respiratorische, zerebrovaskuläre, diabetische und infektionsbedingte Todesursachen; eine Metaanalyse von 23 prospektiven Studien (Malerba et al. 2013) bestätigte diesen Trend. Der A2A-Antagonismus wird mit niedrigerer Parkinson-Inzidenz assoziiert und bildet die Grundlage für den zugelassenen Wirkstoff Istradefyllin — Koffein selbst ist jedoch weder als Therapeutikum zugelassen noch kausal als schützend belegt, da Residual-Confounding nicht ausgeschlossen werden kann. Ein Übersichtsartikel von 2025 (Carbone et al.) weist darauf hin, dass moderater Konsum Wachheit fördern und neuroprotektive Wirkungen entfalten kann, während übermäßige Zufuhr Angstzustände, Schlafstörungen sowie kognitive und motorische Beeinträchtigungen verursachen kann.

Quellen

  1. Freedman ND, Park Y, Abnet CC, Hollenbeck AR, Sinha R. (2012). Association of Coffee Drinking with Total and Cause-Specific Mortality. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1112010
  2. Malerba S, Turati F, Galeone C, Pelucchi C, Verga F, La Vecchia C, Tavani A. (2013). A meta-analysis of prospective studies of coffee consumption and mortality for all causes, cancers and cardiovascular diseases. *European Journal of Epidemiology*doi:10.1007/s10654-013-9834-7
  3. Carbone MG, Pagni G, Tagliarini C, Maremmani I, Maremmani AGI. (2025). Caffeine in Aging Brains: Cognitive Enhancement, Neurodegeneration, and Emerging Concerns About Addiction. *International Journal of Environmental Research and Public Health*doi:10.3390/ijerph22081171