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Genetik

MTHFR-C677T-Variante

ENMTHFR C677T variant

Geprüft von

Der C677T-Polymorphismus (rs1801133) der Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) kodiert ein thermolabiles Enzym mit reduzierter Aktivität (bei TT-Homozygoten etwa 70–75 % Reduktion, also nur ~25–30 % Restaktivität, und bei CT-Heterozygoten etwa 35 % Reduktion, besonders unter Folat-Mangelbedingungen) und verursacht eine moderate Erhöhung des Plasma-Homocysteins. Erhöhtes Homocystein wurde epidemiologisch mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Neuralrohrdefekten assoziiert, und die Variante ist entsprechend mit diesen Endpunkten assoziiert, obwohl die kausale Rolle von Homocystein selbst umstritten bleibt. Die klinische Relevanz der MTHFR-C677T-Genotypisierung ist jedoch umstritten: Wichtige Labor- und Fachgesellschaften raten von einer routinemäßigen Populationsuntersuchung ab, da die Assoziation moderat und ernährungsbedingt modifizierbar ist und eine homocysteinsenkengende B-Vitaminsupplementierung kardiovaskuläre Ereignisse in Studien nicht konsistent reduziert hat. Trotz ihrer begrenzten klinischen Handlungsrelevanz bleibt sie einer der am häufigsten übermäßig angeforderten Gentests im funktionalmedizinischen Bereich.

Quellen

  1. Frosst P, Blom HJ, Milos R, et al.. (1995). A candidate genetic risk factor for vascular disease: a common mutation in methylenetetrahydrofolate reductase. *Nature Genetics*doi:10.1038/ng0595-111