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Mikrobiom

Indol-3-propionsäure (IPA)

ENIndole-3-propionic acid (IPA)

Indol-3-propionsäure (IPA) ist ein aus Nahrungstryptophan bakteriell gebildetes Darmmetabolit, das nahezu ausschließlich durch den obligaten Anaerobier Clostridium sporogenes via Desaminierung zu Indol-3-pyruvat und anschließender Reduktion entsteht. IPA wirkt über zwei nukleäre Rezeptoren — den Pregnan-X-Rezeptor (PXR) in intestinalen Epithelzellen und Leber sowie den Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor (AhR) — und unabhängig als direkter Radikalfänger. PXR-Aktivierung hochreguliert Tight-Junction-Proteine (Claudin-1, Occludin, ZO-1) und Muzine (MUC2, MUC4) und hemmt TNF-α sowie IL-6 über NF-κB; Venkatesh et al. (2014, Immunity) belegten dies im murinen Kolitis-Modell, Li et al. (2021, J Agric Food Chem) bestätigten in Monolayer-Versuchen, dass IPA den transepithelialen Widerstand erhöhte und parazellulären Flux senkte. Der metabolische Zusammenhang basiert auf der Finnish Diabetes Prevention Study (n = 200): Tuomainen et al. (2018) fanden, dass höhere Serum-IPA-Spiegel nach einem Jahr invers mit Typ-2-Diabetes-Inzidenz über 7 Jahre assoziiert und positiv mit erhaltener Insulinsekretion verbunden waren; IPA korrelierte zudem invers mit IL-6 und hsCRP. In Tiermodellen verbesserte IPA-Supplementierung Griffstärke und Knochenmikroarchitektur bei alten Mäusen und verlängerte die Lebensspanne bei Drosophila geschlechts- und genotypabhängig (GeroScience, 2025). IPA-Spiegel sind ernährungsabhängig; Tryptophan-Aufnahme, Prebiotika und Antibiotika-Exposition sind etablierte Modulatoren. Humane Interventionsstudien fehlen; die Evidenz ist beobachtend oder mechanistisch, ein kausaler Nachweis beim Menschen steht aus.

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