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Hormesis & Stressoren

Mitohormesis

Mitohormesis bezeichnet das Phänomen, bei dem vorübergehend erhöhte Mengen mitochondrial erzeugter reaktiver Sauerstoffspezies (ROS — Superoxid, Wasserstoffperoxid und verwandte Radikale) schützende adaptive Reaktionen auslösen, die zelluläre Stressresistenz, Stoffwechselgesundheit und Langlebigkeit verbessern. Diese ROS-Impulse wirken als intrazelluläre Signale: Sie aktivieren NRF2 und p38-MAPK, regulieren antioxidative Enzyme hoch (Superoxiddismutase, Katalase, Glutathionperoxidase) und induzieren Mitophagie. Dieses dosisabhängige, glockenförmige Antwortmuster wurde von Ristow und Kollegen in C.-elegans- und Humanstudien formalisiert, die Vorteile von Bewegung und Kalorienrestriktion auf ROS-abhängige Signalgebung zurückführen. In einer PNAS-Studie von 2009 (Ristow et al.) hob die Einnahme von Vitamin C (1.000 mg/Tag) und Vitamin E (400 IE/Tag) über vier Wochen Training die Verbesserungen der Insulinsensitivität und antioxidativen Abwehr auf — ein Beleg dafür, dass ROS notwendige adaptive Signale sind. Im Alterungsprozess nimmt die mitohormeti­sche Signalgebung ab, was zu Sarkopenie beiträgt; strukturierte Bewegung — Ausdauer- und Krafttraining — bleibt die am besten belegte Intervention, während pharmakologische ROS-Mimetika noch experimentell sind.

Quellen

  1. Ristow M, Zarse K, Oberbach A, Klöting N, Birringer M, Kiehntopf M, et al.. (2009). Antioxidants prevent health-promoting effects of physical exercise in humans. *Proceedings of the National Academy of Sciences*doi:10.1073/pnas.0903485106
  2. Ristow M, Schmeisser K. (2014). Mitohormesis: Promoting Health and Lifespan by Increased Levels of Reactive Oxygen Species (ROS). *Dose-Response*doi:10.2203/dose-response.13-035.Ristow
  3. Musci RV, Hamilton KL, Linden MA. (2019). Exercise-Induced Mitohormesis for the Maintenance of Skeletal Muscle and Healthspan Extension. *Sports*doi:10.3390/sports7070170