Zum Inhalt springen
Zurück zum Glossar
Immunsystem

Impfantwort im Alter

ENVaccine response in aging

Die Impfantwort verschlechtert sich im Alter durch mehrere konvergierende immunologische Defizite: Die verminderte Vielfalt naiver T- und B-Zellen, beeinträchtigte Keimzentrumsreaktionen, kürzere Plasmazelllebensdauer und dysregulierte angeborene Sensorik reduzieren gemeinsam Ausmaß, Affinität und Dauerhaftigkeit impfinduzierter Immunität. Diese Defizite machen Formulierungsanpassungen bei Impfstoffen für ältere Erwachsene erforderlich: Hochdosis- oder adjuvantierte Influenzaimpfstoffe (z. B. Fluzone High-Dose, Fluad mit MF59-Adjuvans) erzielen bei Personen über 65 Jahren deutlich höhere Seroprotektionsraten als Standardformulierungen. Der rekombinante Subunit-Zosterimpfstoff Shingrix nutzt das AS01B-Adjuvanssystem, um eine starke CD4+-T-Zell- und Antikörperantwort anzutreiben. Er erreicht bei älteren Erwachsenen eine Wirksamkeit von etwa 90–97 % gegen Herpes zoster je nach Altersgruppe (etwa 91 % bei Erwachsenen ab 70 Jahren in der gepoolten ZOE-50/ZOE-70-Analyse), verglichen mit etwa 50 % für den früheren Lebendabgeschwächten Impfstoff Zostavax, der in den USA 2020 eingestellt wurde. Das ist ein Beleg dafür, wie Adjuvans-Engineering altersbedingte Immunoseneszenz teilweise kompensieren kann.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen