Hyperintensitäten der weißen Substanz (WMH)
ENWhite matter hyperintensities (WMH)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Hyperintensitäten der weißen Substanz (WMH) sind Areale mit abnorm hoher Signalintensität in T2-gewichteten und FLAIR-MRT-Sequenzen der zerebralen weißen Substanz. Sie reflektieren fokale Demyelinisierung, axonalen Verlust, Gliose und Kleingefäßischämie, ohne eine einheitliche Pathologie darzustellen. Ihre Prävalenz steigt steil mit dem Alter — bei etwa 10–20 % der 60-Jährigen und bei der Mehrheit der über 80-Jährigen nachweisbar — und ihr Volumen ist stark mit Hypertonie, Diabetes und Rauchen als beeinflussbaren Risikofaktoren assoziiert. WMH sagen kognitiven Abbau (besonders Verarbeitungsgeschwindigkeit und exekutive Funktionen), inzidente Demenz, Schlaganfall und Mortalität voraus; große oder rasch progrediente konfluente WMH haben höheres klinisches Gewicht als kleine punktförmige Läsionen. Sie sind ein zentraler bildgebender Marker in der Diagnose der zerebralen Kleingefäßerkrankung und vaskulärer Beiträge zu kognitiver Beeinträchtigung und Demenz (VCID).
Quellen
- Fazekas F, Chawluk JB, Alavi A, Hurtig HI, Zimmerman RA. (1987). MR signal abnormalities at 1.5 T in Alzheimer's dementia and normal aging. *AJR American Journal of Roentgenology*doi:10.2214/ajr.149.2.351
- Debette S, Markus HS. (2010). White matter lesions detected by magnetic resonance imaging: clinical significance. *BMJ*doi:10.1136/bmj.c3666
