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Biomarker

8-OHdG (8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin)

EN8-OHdG (8-hydroxy-2'-deoxyguanosine)

8-OHdG (8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin) ist ein oxidativ verändertes Nukleosid, das entsteht, wenn reaktive Sauerstoffspezies (ROS) die C8-Position von Guanin angreifen; es zählt zu den häufigsten oxidativen DNA-Läsionen in nukleärer wie mitochondrialer DNA. OGG1 (8-Oxoguanin-DNA-Glykosylase-1) entfernt die beschädigte Base; das freigesetzte Nukleosid wird renal ausgeschieden, sodass urinäres 8-OHdG — auf Kreatinin normiert — als nicht-invasiver Indikator für oxidativen DNA-Schaden und Reparaturaktivität dient. Die Spiegel steigen mit dem Lebensalter, sind bei Rauchern, Adipösen und bei Exposition gegenüber ionisierender Strahlung oder Schadstoffen erhöht und liegen bei Patienten mit Krebs, Atherosklerose, Typ-2-Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen konsistent über denen gesunder Kontrollpersonen (Wu et al., 2004). Diese Befunde sind assoziativ; 8-OHdG spiegelt oxidative Belastung wider, wurde jedoch nicht als kausaler Krankheitstreiber belegt, und Antioxidanzien-Interventionen senken 8-OHdG-Werte ohne nachgewiesenen klinischen Nutzen. Zuverlässigste Messmethoden sind LC-MS/MS und HPLC-ECD; ELISA-Kits zeigen Kreuzreaktivitäts-Artefakte, die Werte gegenüber chromatographischen Methoden erheblich überschätzen können, je nach Kit und Probenmatrix verschieden stark (Korkmaz et al., 2018; Hu et al., 2004). In prospektiven Kohortenstudien korreliert urinäres 8-OHdG nur schwach mit dem kalendarischen Alter und erlaubt keine zuverlässige Unterscheidung zwischen akzelerierter und normaler biologischer Alterung, was seinen Nutzen als eigenständigen Longevity-Biomarker begrenzt (Mukli et al., 2022).

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